Fachkraft für Rufanlagen

Frank Kohl

Sachverständiger für Rufanlagen in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Justizvollzugsanstalten, öffentlich bestellt und vereidigt von der IHK zu Köln

Die Bezeichnung "Fachkraft für Rufanlagen" stammt aus der Norm DIN VDE 0834-1 Ausgabe 4-2000 und wurde in der neuen Norm DIN VDE 0834-1 Ausgabe 6-2016 bezüglich der persönlichen Anforderung konkretisiert.

Eine "Fachkraft für Rufanlagen" ist eine Person, die geschultes Fachwissen hat, um eine Rufanlage nach den geltenden Normen aufzubauen, zu prüfen und deren Funktionstüchtigkeit zu bescheinigen.

Die Qualifikation zur "Fachkraft für Rufanlagen" kann nur von Personen erworben werden, die eine Ausbildung aus dem Spektrum der Elektrotechnik besitzen und über Systemkenntnisse der Kommunikationstechnik verfügen.

Eine "Fachkraft für Rufanlagen" besitzt einen schriftlichen Nachweis (Zertifikat) der erworbenen Qualifikation.

Rufanlagen sind sicherheitstechnische Anlagen die dazu dienen, Hilfe herbei zu rufen. Wenn Rufe infolge einer Störung nicht signalisiert oder Störungen nicht rechtzeitig erkannt werden, können Personen in eine mehr oder minder große Gefahrensituation gelangen. Unter Umständen kann es auch um Leben und Tod gehen.

Aus diesem guten Grund dürfen alle Arbeiten (auch alle Instandhaltungsmaßnahmen) an Rufanlagen ausschließlich von Personen mit einer Qualifikation zur "Fachkraft für Rufanlagen" durchgeführt werden.

Diese Anforderung besteht seit dem Jahr 2000 und ist juristisch als "allgeimen anerkannt Regel der Technik" zu betrachten.

Wer Arbeiten an Rufanlagen als Vorgesetzter ausführen lässt, ohne das die handelnde Person die Qualifikation zur "Fachkraft für Rufanlagen" besitzt, begibt sich "sehenden Auges" (ggfs. grobe Fahrlässigkeit) in die Haftung.